Schutzgebiete, die Flächen- Natur- Denkmale ( FND’ s) in Niederzimmern

Flächen- Natur- Denkmale, ( FND ) sind Landschaftsgebiete denen ein besonderer Schutzstatus zugesprochen wurde. Obwohl diese Gebiete zwar meist in ihrer Natürlichkeit belassen werden, benötigen sie trotzdem ein hohes Mass an Pflege. Die FND’s um Niederzimmern werden von Mitgliedern unseres Vereins betreut. Im Rahmen regelmässiger Arbeitseinsätze werden z.B. Müll und Unrat entfernt oder Wildtriebe an Bäumen ausgeschnitten.
Zudem sind in Abständen Kartierungen nötig, um die Artenvielfalt der Planzen und Tiere in diesen Gebieten zu dokumentieren.  

In Niederzimmern gibt es vier dieser so genannten FND’s.
1. Feuchtbiotop Heilbergquelle, Alter Reiterplatz                  
2. der “ Grammewald “
3. das “ Siebichen “
4. der “ Hohe Berg “
Pflanzen und Tierarten in diesen Gebieten Artenliste
geschützte Arten in diesen Gebieten Artenliste

 

Naturdenkmal Feuchtbiotop  “ Heilbergquelle, Alter Reiterplatz “  

Lage: ca. 1,5 km südöstlich vom Ort, oberhalb der Staumauer vom Speicher Niederzimmern
Größe: ca. 1,5 ha
Verantwortlich für die regelmässige Begehung und Kontrolle Lothar Wick

Stausee zwischen Niederzimmern und Hopfgarten

Feuchtbiotop Heilbergquelle

 Heilbergquelle

Die Entstehung des Feuchtgebietes ist dem massiven Erdaushub 1975 zum Bau der Staumauer des Speichers zwischen Niederzimmern und Hopfgarten zu verdanken. Unter anderem traten auch  Teilarme der Heilbergquelle zu Tage und gaben neuer Flora und Fauna die Möglichkeit sich zu entwickeln. Die mit Wasser gefüllten tiefen Fahrspuren und zahlreiche kleine Tümpel bieten ideale Laichplätze für Molche, Frösche und Kröten.
Durch das aus den Quellen fliessende saubere Wasser sind auch verschiedene Wasserinsekten vorhanden.

Zur Verbesserung des Wasserstandes legten Vereinsmitglieder einen ca. 40 Meter langen und 1,5 Meter hohen Damm an.
An der Ostseite läuft auf etwa 200 Metern Länge seit mehreren Jahren der Versuch eine Bentjeshecke
zu errichten.
Bedingt durch die günstige Lage, in der sich die Sonnenstrahlung sehr günstig auswirkt, findet man hier mehrere Arten von Schmetterlingen und Faltern sowie annähernd 10 verschiedene Libellenarten.

In vergangenen Jahren wurden tagelang Jungstörche bei  Flugversuchen beobachtet. Diese sind zwar noch nicht hier ansässig, aber durch das reiche Vorkommen von Grasfröschen und Erdkröten ist eine Ansiedlung von Weißstörchen in der Nähe nicht ausgeschlossen. Das Gebiet steht seit November 1986 unter Naturschutz.

Einmal im Jahr werden die Bäume, zumeist Weiden, verschnitten und das Gebiet von Wildtrieben
befreit.

Tier- und Pflanzenarten in dem Gebiet.

Artenliste

Naturdenkmal “ Grammewald “

Lage: am östlichen Ortsrand am Grammelauf auf ca. 2 km Länge bis zum Speicher Niederzimmern
Größe: ca. 5 ha
Verantwortlich für die regelmässige Begehung und Kontrolle ist Ralf Rauche.

Als eine Besonderheit des Grammewaldes muss der vom Menschen noch nicht beeinflusste,  sich stark windende Bachverlauf der Gramme hervorgehoben werden. Im Verlauf der 35 km Gramme gibt es nur noch im  “ Hopfgartener Lohholz “ natürliche Abschnitte. Einige Vereinsmitglieder hatten die Gelegenheit, im Jahr 1987 bei einer Wanderung entlang der Gramme von der Quelle in Nohra ( nahe Weimar ) bis zur Mündung in die Unstrut bei Wundersleben die Spuren des teilweise verheerenden menschlichen Eingreifens an einem natürlichen Bachlauf zu erleben.Charakteristisch für das Gebiet sind die ausgeprägten Waldgesellschaften. Alle vorhandenen Waldbiotope der Grammeaue gehören zur Klasse der Mesophilen Laubmischwälder. Aus der Ordnung der Edellaubmischwälder sind mindestens zwei Pflanzengesellschaftsverbände vertreten. Dazu gehören die Erlen - Eschenwälder und Linden - Ahorn - Blockhaldenwälder.
Im nördlichen Grammebereich kommt noch der Verband der Buchen - Ahorn - Eschenwälder vor.
Dieser Verband ist in der “ Roten Liste Thüringens “ als gefährdet eingestuft. Das Gebiet steht seit Mai 1990 unter Schutz.

Durch die Vielfalt der einzelnen Landschafts-
bestandteile auf engstem Raum und der Naturnähe, findet man eine grosse Anzahl wertvoller Pflanzen und Tiere. So kann man hier die als gefährdet eingestufte Pflanze “ Guter Heinrich ” und das als besonders geschützte “ Grosse Zweiblatt “ finden.
In den oft Meter hohen Abbrüchen der Gramme findet der Eisvogel geeignete Brutplätze.
Für Greifvögel wie Sperber und Habicht bietet der Wald ein ideales Jagdgebiet. Aber auch andere Tierarten wie  Teich- und Erdmolch, die Zwergfledermaus oder der vom Aussterben bedrohte Steinkauz fühlen sich hier wohl.

So kann man heute den Grammewald bei Niederzimmern als einen naturbelassenen Auwald mit einer sehr reichen Frühjahrsvegetation erleben.

Die Gramme

Im Grammewald

Hoher Ufer- Abbruch der Gramme

Tier- und Pflanzenarten in dem Gebiet

Artenliste

 

Naturdenkmal “ Siebichen “

Lage: ca. 1,5 km westlich vom Ort an der Verbindungsstraße zwischen Niederzimmern und Vieselbach
Größe: ca. 2,5 ha

Im ” Siebichen “  bei Niederzimmern

Das  ” Siebichen “ bei Niederzimmern

Tier- und Pflanzenarten in dem Gebiet

Artenliste

An der Straße von Vieselbach nach Niederzimmern liegt auf halben Weg das sogenannte “ Siebichen “.
Es handelt sich dabei um ein Waldstück, welches mit 30 - 60 jährigen Weiden, Eschen, Ulmen, teilweise auch Birken und Traubenkirschen bewachsen ist.
Auch schwarzer Holunder und Weißdorn sind hier zu Hause.Im Untergrund des Gehölzes sind unzählige Vertiefungen, welche das ganze Jahr über wasser- führend sind und ideale Laichplätze für Amphibien bieten. Bedingt durch das ständig stehende Wasser sind die meisten Ulmen dürr geworden und stärkere,

teils von unten verzweigte Weiden am Fuß oder in halber Höhe abgebrochen. Auch durch Blitzeinschlag oder Sturmeinwirkung wurden viele Äste oder gar ganze Bäume abgeknickt, sodass das “ Siebichen “ jetzt einen wunderbaren urwaldhaften Charakter aufweist. Wenn man das Waldstück betritt und seinen Blick über das unzählige Bruchholz, die kleinen Tümpel mit den darüber schwirrenden  Insekten schweifen lässt, fühlt man sich tatsächlich in der Zeit zurück versetzt. Auf Grund dieser Merkmale stellt das “Siebichen” eine selten gewordene Form eines Bruchwald- Feldgehölzes dar und bietet u.a. Greifvögeln wie dem Rotmilan, Bussard oder Baumfalken sehr gute Brutmöglichkeiten. Außerdem findet man hier eine reichhaltige Insektenwelt vor. Rüsselkäfer, Aaskäfer, Weich- und Leuchtkäfer sind hier zu Hause und teilen sich das Gebiet mit Waldmistkäfern und Lederlaufkäfern. 
Das Gebiet steht seit Mai 1990 unter Schutz.

 

Naturdenkmal “Hoher Berg” mit Streuobstwiese

Lage: ca. 1 km nördlich von Niederzimmern
Größe: ca. 2 ha
Verantwortlich für die regelmässige Begehung und Kontrolle ist Werner Schmidt.

Das Flächennaturdenkmal “ Hoher Berg “ liegt nördlich von Niederzimmern und ist eine flache ost- westgerichtete Erhebung.( 236 m ) Es wird von bunten, zum Teil mineralischem Ablagerungsgestein des mitlleren Keupers aus Ton, Sand und Kalk eingenommen.
Dieses Gebiet, welches seit dem 1.1.1968 unter Schutz steht, ist einer der letzten und wichtigsten Standorte von Steppenreliktpflanzen in unserer Gegend.
Hervorzuheben ist besonders das Vorkommen des Adonisröschens.

Es gehört zu den Hahnenfuss - Gewächsen, blüht von März bis April und zählt zu den gefährdeten Arten. Das Adonisröschen ist giftig und findet als Arzneipflanze Verwendung. Aus Gründen der Naturräuberei möchten wir hier auf die Beschreibung der genauen Standorte verzichten.
Eine Bestandsaufnahme hat ergeben, daß sich die ornithologischen Vorkommen auf ca. 60 verschiedene Arten belaufen. Darunter so seltene Vögel wie die als “ stark gefährdet ” eingestufte Sperbergrasmücke oder das Rebhuhn.
Im pflanzlichen Bereich wurden ca. 40 Arten festgestellt.

Unter anderem das sehr seltene Fahnenfedergras.
Das FND ist durch den starken Bewuchs von Sträuchern wie Weißdorn, Hundsrose und Wildobst einer gewissen Verbuschung ausgesetzt. Um das Schutzgebiet zu erhalten muß diese aber in
Grenzen gehalten werden. Aus diesem Grund rücken Mitglieder des Vereins der Natur- u. Heimatfreunde Niederzimmern
zwei bis drei mal im Jahr aus und gehen dem Gebüsch mit Sägen und Scheren an den Kragen.

Das Ausgeschnittene wird dann zu kleinen Hecken aufgetürmt und dient so Kleintieren als Schutz und Unterschlupf.
Auf der dazugehörigen Streuobstwiese stehen verschiedene alte hochstämmige Obstbäume wie Apfel, Kirsche, und Birne deren runtergefallenen Früchte dem Wild als Nahrung dienen.
Die Bäume werden einmal im Jahr ausgeästet.
Um den altersbedingten Verlust einiger Bäume auszugleichen, wurden von Vereinsmitgliedern 20 junge ortstypische Obstgehölze gepflanzt.

Tier- und Pflanzenarten in dem Gebiet

 

 

 

Artenliste

Adonisröschen am Hohen Berg gefunden im April 2006

Ausästen von Bäumen

Vereinsmitglied beim “ Entbuschen “ im März 2006

Pause muss sein -  Pflanzung von jungen Obstbäumen  

 

Wartturm von Niederzimmern

Stausee von Niederzimmern

Feuchtbiotop am alten Reiterplatz

Wasserkaskade in
der Gramme

im Grammewald

Adonisröschen
am Hohen Berg

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